Elink624

Ähnlich dem Elink620 ist der Elink624 ein Kommunikationsmodul mit entsprechenden Eigenschaften. Der mechanische Aufbau entspricht einer Europakarte (100x160mm) und ist auch geeignet für den Einbau in eine Normkassette. Alle Anschlüsse, die während des Betriebes benötigt werden, befinden sich auf den beiden kurzen Stirnseiten. Auch Tischgehäuse sind für dieses Format lieferbar.

Was den Leistungsumfang angeht, kann man diesen bei der Beschreibung des Elink620 nachlesen. Darüberhinaus gibt es aber noch folgende hochinteressante Merkmale:

Elink624 ist ganz  besonders vielseitig und speziell für den Einsatz als Notruftelefon entwickelt. Auf einer Leiterplatte als Europakarte (100x160mm) aufgebaut ist auch eine Montage in Tischgehäusen und Kassetten für 19"-Baugruppenträger ohne weiteres möglich. Hier die Highlights geordnet nach Funktionsgruppen:

Stromversorgung

48V/4W max. Typischerweise <1,5W genügen für den Betrieb des Moduls. Alternativ ist aber auch die Versorgung per PoE über das erste Ethernetport möglich. Ein hocheffizientes Netzteildesign erlaubt kalte Technik ohne besondere Wärmeentwicklung.

Netzwerkverbindung

Elink624 besitzt drei Ethernetanschlüsse, die alle gleichberechtigt mit voller Funktionalität aufwarten. Über Port 1 kann das Gerät sogar per PoE mit Strom versorgt werden. Port 3 ist speziell für den Anschluss einer Kamera vorgesehen (es kann aber auch alles andere angeschlossen werden) und liefert per PoE auch den notwendigen Strom dafür. Dank Power Forwarding ist dies sogar auch dann möglich, wenn das Gerät selbst per PoE von Port 1 mit Strom versorgt wird. Es muss lediglich beachtet werden, dass die mögliche Maximallast von ca. 15W nicht überschritten wird.

Power Forwarding ermöglicht auch den Betrieb von bis zu sieben Elink624 hintereinander an einer Ethernet-PoE-Verbindung. Es ist allerdings zu beachten, dass nur ein stromversorgender Anschluss vorhanden ist. Eine Kamera kann dann nicht zusätzlich noch verwendet werden.

Die Anzahl der per PoE im daisy chain betreibbaren Geräte hängt stark von der Auslastung in der Anwendung ab. Es muss in jedem Fall ein Worst Case Test stattfinden, bei dem alle Geräte gleichzeitig und mit höchster vorgesehener Last betrieben werden. Kommt es zu einer Überlast, booten alle Geräte neu, ein Schaden entsteht nicht.

Zwischen Port 1 und 2 entscheidet das Gerät selbstständig, auf welchem Weg die Daten zuverlässig ans Ziel gelangen (spanning tree). Damit ist eine Ringverkabelung im daisy chain möglich. Sollte in einem Ring von Geräten eine Verbindung unterbrochen werden, leiten die Geräte ihre Daten automatisch über den verbleibenden Weg weiter. Das verhindert Ausfälle durch Kabelschäden oder zerstörte Geräte.

Spanning tree ist also nicht im Zusammenhang mit Power Forwarding sinnvoll, weil die Unterbrechung einer stromversorgenden Zuleitung ohnehin das System in aufsteigender Richtung lahmlegen würde.

Bedienelemente

Das Modul besitzt an der Seite mit den Ethernet-Ports einen Reset-Taster. Auf dem Board befindet sich ein Steckkontakt, an dem eine Funktionstaste angeschlossen werden kann, mit der das Gerät in einen definierten Grundzustand versetzt wird (Panik-Taste).

In den Ethernet-Steckverbindern befinden sich LEDs. Die jeweils linke (oder obere, je nach Sichtweise) zeigt den Verbindungszustand des Ports an. Die rechte von Port 3 zeigt an, dass das angeschlossene Gerät mit PoE versorgt wird, die von Port 1 signalisiert durch Blinken den korrekten Ablauf des Betriebsprogramms (CPU LED/Watchdog).

Auf der gegenüberliegenden Seite der Baugruppe befinden sich die Anschlüsse für die Peripherie, ausgeführt auf einer Steckleiste im Rastermaß 3,5mm. Es handelt sich um folgende:

  • Lautsprecher 0,8W/8Ohm
  • Mikrofon oder aktives Mikrofonmodul
  • Common (GND, Masse)
  • Digitale Eingänge 1-4
  • Potentialfreier Ausgang
  • Konstantstromquelle für Tasten-LED-Kranz o.ä. ein- oder zweifarbig

Für das Mikrofon gibt es auf dem Board zwei Jumper. Mit dem ersten wird gewählt ob ein einfaches Mikrofon oder ein aktives Mikrofonmodul verwendet wird. Der zweite wählt zwischen dynamischem oder Elektretmikrofon aus. Das aktive Mikrofonmodul liefert deutlich höhere Signalpegel und damit auch einen verbesserten Signal/Rauschabstand. Außerdem sorgt ein Kompressor für ein schalldruckabhängiges Nachregeln der Lautstärke.

In der Nähe der Boardecke befindet sich der Anschluss für die 48V=. Auf die Polung muss geachtet werden, aber bei einer Verpolung passiert nichts schlimmes, weil die Anschlüsse kurzgeschlossen werden. Die Stromversorgung sollte also kurzschlussfest sein.

Zwischen den Stiftleisten findet sich eine RJ11-Buchse für den seriellen Erweiterungsanschluss. Hier können verschiedene geeignete Tastaturen, Displays oder Sensoren angeschlossen werden. Tastaturen bieten sich vor allem für den Gebrauch des Moduls als Telefon an.

Die digitalen Eingänge können für Tasten oder jedes andere einfache Kontaktelement verwendet werden (Sensoren, Grenztaster, Neigungsmelder usw.). Intern werden diese Eingänge wie Kurzwahltasten behandelt, die vorprogrammierte Verbindungen starten oder andere Funktionen auslösen.

Mit dem potentialfreien Ausgang kann im Prinzip beliebiges geschaltet werden. Die Funktion ist optional und wird je nach Anwendungsfall angepasst festgelegt.

Die Konstantstromquelle für den LED-Anschluss kann während der Produktion in Grenzen an die verwendete Taste oder ein anderes Element angepasst werden. Standardgemäß wird hier lediglich die Bereitschaft angezeigt, aber als Option ist auch eine andere frei zu bestimmende Signalisierung möglich. Bei Verwendung mit zwei Farben, signalisiert die zweite das Bestehen einer Verbindung. Die zweite Farbe wird durch Verpolung des Anschlusses angesteuert.

Audio

Entsprechend der häufigsten Anwendung verwendet das Gerät den G.711-Codec als Standard. Als erweiterte Betriebsart kann optional ein 8KHz-Codec (hohe Sprachqualität, nicht für Telefonie) oder CD-Audio (z.B. für Musikberieselung) implementiert werden.

Kommunikation

Im Betrieb beweist der Elink624 seine hohe Flexibilität. Er kann auf übliche Weise an einem SIP-Proxy angemeldet werden und verhält sich dann wie ein SIP-Telefon. In Ermangelung eines Hörers hebt das Gerät bei ankommenden Rufen automatisch ab.

Aber auch ohne Server bleibt die Kommunikationsfähigkeit voll erhalten. Im neuronalen Betrieb finden sich die Beteiligten selbstständig und vermeiden so die Abhängigkeit von einer Zentrale. Im neuronalen Betrieb gibt es darüberhinaus auch noch die Möglichkeit der Gruppenbildung für Durchsagen.

Jeder Elink624 kann Mitglied in bis zu acht Gruppen sein (auch in mehreren) und selbst Durchsagen in Gruppen machen, die mit *1 bis *8 angewählt werden. Gruppendurchsagen  sind ein besonderes Leistungsmerkmal, das über die Möglichkeiten von SIP hinausgeht. Die Integration von SIP in Gruppen ist aber durch ein externes Zusatzgerät möglich, das auch die Hinzunahme von SIP-Geräten fremder Hersteller ins neuronale System ermöglicht, was z.B. bei SIP-Spezialgeräten sinnvoll ist.

Priorisierung

Verbindungen und Durchsagen unterliegen einer Priorisierung im Kommunikationskonzept. Ein Gespräch höherer Priorität unterbricht eins mit niedrigerer Priorität. Das gilt auch für Durchsagen. Und durch Priorität unterbrochene Verbindungen werden automatisch wieder aktiv, wenn die Verbindung höherer Priorität beendet ist. Auch dies ist ein Leistungsmerkmal, das die Fähigkeiten von SIP übersteigt, wo in solchen Fällen einfach besetzt signalisiert wird (schlecht bei Alarmdurchsagen).

Gateway

Angemeldet an einem SIP-Proxy kann der Elink624 natürlich über die PBX nach "draußen" telefonieren und von außerhalb erreicht werden. Das ist aber neuronal über ein geeignetes Gateway (ellan:362) ebenso möglich. Auch das Gatewaykonzept ist neuronal ausgelegt. mehrere Gateways können parallel existieren und ihre Dienste zur Verfügung stellen. Auch als Router zur Verbindung von Teilnetzen sind diese Gateways nutzbar.

Erweiterungsoptionen

Elink624 kann auch mit einem digitalen Signalprozessor (DSP) erweitert werden. Dieser kann für Sonderaufgaben wie Kompression, Echounterdrückung oder Filterung eingesetzt werden.

Andere Erweiterungen oder Anpassungen sind sowohl in Hardware als auch in Firmware realisierbar. Damit sind auch völlig neue oder kompliziertere Anwendungen zu machen.

 

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